Prüfung schon im Hinterkopf
Nachwuchskräfte absolvieren bei der Ortsfeuerwehr Seelze die Truppmann-II-Ausbildung
Von Nicola Wehrbein Seelze. Bei der Feuerwehr geht es um mehr als Löschen. Für 17 Teilnehmer der sogenannten Truppmann-II-Ausbildung standen am Wochenende unter anderem das Ausleuchten von Einsatzstellen, das Heben und Bewegen von Lasten sowie die Menschenrettung aus Unfallautos auf dem Lehrplan. „Zum Glück sind die Zahlen von eingeklemmten Personen in Unfallautos rückläufig“, sagte am Sonnabend Ausbildungsleiter Frank Wollny. Die Knautschzone der neueren Fahrzeugmodelle biete einen guten Schutz. Allerdings gelte: „Wenn eingeklemmt, dann richtig.“ Wollny erinnerte an den schweren Unfall am Ortsausgang Letters im September des vergangenen Jahres. An zwei Schrottautos simulierten die angehenden Feuerwehrmänner auf dem Gelände der Ortsfeuerwehr Seelze das richtige Vorgehen am Unfallort. Die angehende Feuerwehrfrau Kathrin Gebauer stabilisierte das Auto mit Rettungshölzern. Serkan Sahin sicherte gewissenhaft den Airbag und die Scheiben. Ein sogenannter Federkörner diente ihm anschließend zum kontrollierten Zerstören der Scheibe. Mit dem Rettungsspreizer bogen Laura Hiller und Jenny Stypa störende Blechteile weg, um im Ernstfall eine Öffnung für den Notarzt zu schaffen. Ob eine Türöffnung reicht, ein Sitz entfernt oder das Fahrzeugdach abgetrennt werden muss, hängt letztlich von der Situation – und dem Notarzt. „Der Notarzt ist der wichtigste Mann am Unfallort“, betonte Feuerwehrsprecher Jens Köhler. Die angehenden Brandbekämpfer wurden nach dem praktischen Umgang mit Schere und Spreizer noch mit den Sondergeräten wie Eisretter, Düsenschläuchen und der Atemschutzausrüstung vertraut gemacht. Bei der Prüfung am Montag, 5. März in Wennigsen können die sieben Frauen und zehn Männer zeigen, was sie drauf haben. Nach Teil eins der Truppmann-Ausbildung, zwei Jahren in den Ortsfeuerwehren und dem zweiten Lehrgang könnten sie dann zu Feuerwehrleuten werden.
Leinezeitung, 13.02.2012
Nachwuchs büffelt für Einsätze
Stadtfeuerwehr Seelze eröffnet Grundausbildung – 22 Frauen und Männer nehmen teil
Von Gerrit Pfennig Letter. Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck hat Jürgen Rosummek am Dienstagabend im Chemiesaal des Georg-Büchner-Gymnasiums in die Runde geschaut. Der Stadtbrandmeister begrüßte in Letter 22 angehende Feuerwehrleute. „Wir haben alle einmal so angefangen“, sagte Rosummek zu den sechs Frauen und 16 Männern, die in den nächsten vier Wochen die Truppmann-I-Ausbildung absolvieren. Vier der Teilnehmer arbeiten für die Werksfeuerwehr von Honeywell, eine Teilnehmerin reist für die Ausbildung aus Stemmen an. Der Stadtbrandmeister betonte in seiner kurzen Ansprache vor allem die Bedeutung der Teamarbeit: „Man muss sich aufeinander verlassen können.“ Nur gemeinsam sei man im Ernstfall stark. Rosummek versprach den angehenden Feuerwehrleuten, sie auch in den Praxisphasen zu besuchen. Für die Teilnehmer begann gleich nach der Begrüßung die theoretische Ausbildung. Nach einer Funkbelehrung beschäftigten sie sich auch mit dem Thema Notfallseelsorge. In den nächsten Tagen stehen dann Themen wie Löschen, Verkehrssicherung und die Organisation der Feuerwehr auf dem Programm. Die praktische Ausbildung in Kirchwehren beginnt am Sonnabend, 18. Februar. In Lohnde schließt sich eine Woche später die Stationsausbildung an, bei der unter anderem das Abseilen geübt wird. Den Abschluss des Lehrganges bildet die Prüfung am Sonnabend, 10. März.
Leinezeitung, 09.02.2012
Rosummek hofft auf Wiederwahl
Seelze. Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek steht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. „Ich habe die Funktion in der Vergangenheit gerne übernommen und würde sie auch in Zukunft gerne ausüben“, sagte der Lathwehrener, der seit dem Jahr 2006 der Chef der Stadtfeuerwehr ist. Rosummeks sechsjährige Amtszeit läuft am 30. Juni aus. Bei einer Sitzung des Stadtkommandos am 18. April in Lohnde soll neu gewählt werden. Stimmberechtigt sind die Ortsbrandmeister und deren Stellvertreter. Bisher sei ihm kein anderer Kandidat bekannt, sagte Rosummek. „Wenn das Votum des Stadtkommandos auf mich fallen würde, dann würde mich das sehr freuen.“rah
Leinezeitung, 27.01.2012
Gewinnsparen kommt Vereinen zugute
Volksbank-Kunden bringen den Ehrenamtlichen in Garbsen und Seelze 15 000 Euro ein
Seelze/Garbsen. In Garbsen und Seelze dürfen sich in diesem Jahr 22 Vereine und Institutionen über finanzielle Hilfe freuen. Die Hannoversche Volksbank hat gestern 15000 Euro aus ihrer Gewinnspar-Aktion an die Ehrenamtlichen ausgeschüttet. Die Direktoren Gerd Kalendruschat und Thomas Scholz verteilten das Geld in der Seelzer Filiale. Zu den Nutznießern aus Seelze zählen zwei Ortsfeuerwehren. Der Musikzug der Kirchwehrener Feuerwehr will sich von der Unterstützung weitere Musikinstrumente zulegen. In Letter sollen von dem Geld neue Jacken für die jugendlichen Brandbekämpfer angeschafft werden. Die Hortinitiative Lohnder Langstrümpfe möchte sich neue Möbel zulegen. In Garbsen plant die Tischtennisabteilung des SV Wacker Osterwald den Kauf einer neuen Tischtennisplatte. Ein Holzpferd wünscht sich dagegen der Voltigierverein Pegasus. Auf der Neuanschaffung soll künftig der Vereinsnachwuchs trainieren dürfen.rpf
Leinezeitung, 18.01.2012
Feuerwehren haben viel zu tun
Die Brandbekämpfer in Letter und Lohnde ziehen in den Jahresversammlungen Bilanz
Das war ein einsatzreiches Jahr 2011: Die Ortsfeuerwehren von Letter und Lohnde zogen am Sonnabend in ihren Hauptversammlungen Bilanz. Von Sarah Krüger
Letter/Lohnde. „Die Einsatzzahl der Freiwilligen Feuerwehr Letter pendelt sich mit 102 Einsätzen auf einem hohen Niveau ein“, stellte Feuerwehrsprecher Jens Köhler am Rande der Versammlung in der Feuerwehrwache fest. Obwohl die Letteraner seit einigen Jahren die Beseitigung von Ölspuren an den Bauhof abgegeben haben, sinken die Einsatzzahlen nicht. Stattdessen steigen die Notrufe für Türöffnungen und Tierrettungen kontinuierlich an. Die freiwilligen Helfer rückten 16-mal für Tiere in Not aus. „In den Dörfern, wo die Leute mit Tieren groß geworden sind, gibt es kaum solche Notrufe“, sagte Köhler, der viele der Einsätze bei kleinen Wildtieren wie aus dem Nest gefallene Vogelküken oder in eine Baugrube verirrte Igel als unnötig einstuft. „Manchmal muss man der Natur einfach ihren Lauf lassen“, appellierte Marco Becker, stellvertretender Ortsbrandmeister, mit Blick auf die Kosten. Die Stadt muss für jeden freiwilligen Feuerwehrmann eine Lohnentschädigung an dessen Arbeitgeber zahlen. Mit 48 aktiven Einsatzkräften sind die Mitgliederzahlen in Letter konstant. Eine besondere Ehrung erhielt Dieter Mischke: Er ist seit 50 Jahren Feuerwehrmann – „mit Leib und Seele“, wie er sagte. Auch die Lohnder Brandbekämpfer, die derzeit auf 35 aktive Helfer zählen können, blickten auf viele Arbeitsstunden zurück. „59 Einsätze, das ist die höchste Einsatzzahl der Ortsfeuerwehrgeschichte“, berichtete Ortsbrandmeister Bernhard Behning in der Versammlung vor mehr als 100 Zuhörern im Bürgerhaus. Ein Tiereinsatz Mitte Dezember bleibt den Lohndern wohl noch lange im Gedächtnis: 51 Pferde waren in Wunstorf ausgebüxt, einige mussten in Lohnde eingefangen werden. Auch die elf Taucher waren mit 25 eingehenden Notrufen aus der gesamten Region gefordert wie noch nie: „Unsere Einsätze haben sich im Vergleich zu 2010 verdreifacht“, blickte Tauchdienstleiter Dennis Ruhland zurück. Auch Vorfreude herrschte: „Wir sind guter Hoffnung, dass das neue Feuerwehrauto für Lohnde noch in diesem Jahr auf den Hof fährt“, sagte Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek. Etwa 130000 Euro sind bisher dafür eingeplant – 100000 zahlt die Stadt, den Rest übernimmt der Förderverein.
Leinezeitung, 09.01.2012
Seelzer Einsatzkräfte sind vorbereitet
Retter gehen von einem ruhigen Silvesterfest aus – Polizei verdoppelt vorsichtshalber die Zahl der Mitarbeiter
Morgen knallen auch in Seelze wieder die Böller, Raketen und Sektkorken. Die Leine-Zeitung hat die Retter und Ordnungshüter gefragt, wie sie sich auf den Dienst in der Silvesternacht vorbereiten. Von Gerrit Pfennig Seelze. Zum Jahreswechsel soll es etwas besonderes sein – darin sind sich die Deutschen ziemlich einig. Da wird die neueste Mode hervorgeholt, um auf einer großen Feier das neue Jahr einzuläuten. Ganz anders sieht es dagegen in der Rettungswache des Arbeiter-Samariter-Bundes in Seelze aus. „Silvester bedeutet für uns den gewohnten Dienst“, sagt der stellvertretende Wachenleiter Thomas Krüger. Vier Mitarbeiter sind morgen Nacht mit zwei Rettungswagen im Einsatz, um im Ernstfall Menschenleben retten zu können. Wie bei den normalen 24-Stunden-Schichten verbringen die Retter die Bereitschaftszeit gemeinsam. „Wir kochen und essen abends zusammen“, sagt der Rettungsassistent. Wenn dann der Pieper anschlägt, rücken die Rettungskräfte zu ganz unterschiedlichen Einsätzen aus. „Da ist auch mal ein Betrunkener dabei, aber auch Herzpatienten oder Stürze“, berichtet Krüger. Unfälle mit Feuerwerkskörpern seien dagegen seltener und endeten meistens mit kleineren Verbrennungen. Feuerwehrsprecher Jens Köhler erinnert sich ebenfalls an ruhige Silvesterfeiern in den vergangenen Jahren. „Wir hatten meist nur kleinere Brände.“ Trotzdem weist er die Feiernden auf die Gefahr der Sprengkörper hin. „Man sollte auf die Windrichtung achten, um abzuschätzen, wohin die Rakete fliegt“, betont Köhler. Zudem sei es wichtig, nur solche Feuerwerkskörper zu benutzen, die das Kennzeichen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) tragen. Die Arbeit der ehrenamtlichen Feuerwehrleute unterscheidet sich jedoch in einem Punkt vom Rettungsdienst: Sie haben keine fest geregelte Bereitschaftszeit. „Jede Ortsfeuerwehr regelt das für sich“, erläutert Köhler. So könnten die Brandbekämpfer selbst auch ein bisschen feiern – ohne Alkohol, versteht sich. Ein anderes Bild zeigt sich im Polizeikommissariat Seelze. „Wir werden die Zahl der Mitarbeiter in der Nachtschicht fast verdoppeln“, sagt Ralf Hantke, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. „Es gibt auch viele, die den Nachtdienst gern machen.“ Die Verstärkung sei jedoch eine reine Vorsichtsmaßnahme. „In den letzten Jahren ist nicht viel passiert.“
Leinezeitung, 30.12.2011
Rosummek: zu viele Tierrettungseinsätze
Stadtkommando der Seelzer Feuerwehr blickt auf 2011 zurück
Von Nicola Wehrbein Seelze. Von einer „auffällig hohen Zahl an Tierrettungen“ hat Jürgen Rosummek in der Stadtkommandositzung am Freitagabend in der Seelzer Feuerwache berichtet. Der Stadtbrandmeister zog zum Jahresabschluss vor rund 50 Teilnehmern, darunter Ortsbrandmeister, deren Stellvertreter sowie Mitglieder aus Rat und Verwaltung der Stadt Seelze, einen Rückblick auf die Einsätze. Tierrettungen schossen mit etwa 35 Einsätzen sprichwörtlich den Vogel ab. Ob Wellensittiche in Baumkronen, Katzen auf Dächern, Igel in Fensterschächten oder Rehe im Kanal – immer häufiger werde laut Rosummek in solchen Situationen die Notrufnummer 112 gewählt. „Wir unterhalten doch keinen tiermedizinischen Rettungsdienst“, sagte er und wünschte sich eine „beherztere Eigencourage der Bevölkerung.“ Es sei völlig normal, dass Tiere den Kanal überquerten, das läge in der Natur der Sache. „Es gibt sogar Ein- und Ausstiege“, sagte der Stadtbrandmeister. Viele Bürger wähnten die Tiere jedoch in Not und informierten prompt die freiwillige Feuerwehr. Spitzenreiter bleiben jedoch Einsätze für hilflose Personen in Notlage oder wie es Rosummek scherzend formulierte: „Wir spielen den Blaulichtschlüsseldienst.“ Bereits zu rund 50 Einsätzen seien die Feuerwehrleute gerufen worden. „Vor zehn Jahren kannten wir das als Einzelfall“, betonte Rosummek. Seither habe sich die Zahl stark erhöht.Rosummek lobte, dass immer mehr Menschen inzwischen Rauchwarnmelder in ihren Haushalten angebracht haben. „Durch den frühzeitigen Alarm kann der Sachschaden beispielsweise bei vergessenem Essen auf dem Herd gering gehalten werden.“ Viele Papierkorb- und Containerbrände sowie einige Hecken-, Busch- und Böschungsbrände waren im Jahr 2011 zu verzeichnen – ausgelöst durch Fahrlässigkeit oder Brandstiftung. Zu den Ausblicken: Das neue Löschfahrzeug für die Lohnder Ortsfeuerwehr soll im nächsten Jahr tatsächlich anrollen. Dasselbe gilt für den Einsatzleitwagen der Seelzer Ortsfeuerwehr. Im Anschluss an den offiziellen Teil richtete sich der Blick auf das gesellige Beisammensein.
Leinezeitung, 05.12.2011