Binnenschiffer hat Durchfahrtshöhe offenbar zu knapp kalkuliert
Von Frank Walter Letter.
Ein Binnenschiff hat gestern die Brücke der Wunstorfer Landstraße über den Stichkanal in Hannover-Ahlem gerammt.
Mit zerstörtem Ruderhaus fuhr der Kapitän bis zur nächsten Anlegestelle in Letter weiter,
wo Wasserschutzpolizisten und Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) die Ermittlungen aufnahmen.
Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr musste nicht tätig werden. Die Brücke blieb unbeschädigt.
Was passiert, wenn ein ab Wasserlinie 3,90 Meter hohes Tankschiff unter einer vier Meter hohen Brücke durchfährt?
Eigentlich nichts, sollte man meinen. Doch weit gefehlt: Das Leichtbausteuerhaus zerschellte an der Brücke,
der Rudergänger konnte sich noch rechtzeitig in Deckung begeben. Der Binnenschiffer hatte seine Ladung in Hannover gelöscht
und dann Wasser in die Ballasttanks gepumpt. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei ragte das Schiff 3,90 Meter aus dem Wasser,
die Durchfahrtshöhe des Stichkanals beträgt laut Odo Sigges, Leiter der WSA-Außenstelle Lohnde, vier Meter.
Sigges hält es für möglich, dass der Wind mehr Wasser in den Kanal gedrückt hatte und so den Pegel steigen ließ.
Denkbar sei auch, dass Wellengang oder zuströmendes Wasser aus der nahen Schleuse das Binnenschiff angehoben haben.
Leinezeitung, 18.02.2009